Thüringen - Sportland mit Zukunft
„Nicht am Sport, sondern mit dem Sport sparen!“
Manfred von Richthofen, ehemaliger Präsident des Deutschen Sportbundes
Mehr als 360.000 Sportlerinnen und Sportler sind in Thüringer Sportvereinen organisiert. Fast die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Thüringen sind in Sportvereinen regelmäßig aktiv. Mit der demographischen Entwicklung in unserem Land wird dem Gesundheitssport von der Vorbeugung bis zur Reha immer mehr Bedeutung beigemessen. Thüringer Spitzensportler machen „Werbung“ für Thüringen in der ganzen Welt. Sowohl Ausländerinnen und Ausländer als auch behinderte Menschen werden durch den Sport gesellschaftlich integriert. Thüringer Sportvereine leisten einen eigenständigen Beitrag für den Erhalt der Sportstätten.
Wenn Landes- und Kommunalpolitik ihre Verantwortung für den Sport nicht wahrnehmen, dann drohen:
- ein weiterer Rückgang der Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, sich mehrmals wöchentlich um Kinder- und Jugendliche zu kümmern und eigene Freizeit für die Belange der Gesellschaft aufzubringen.
- der Rückgang der Mitglieder im organisierten Sport und der Bereitschaft, sich ehrenamtlich in Vorständen der Sportvereine zu engagieren, da finanzielle Risiken nicht mehr kalkulierbar und für den Einzelnen nicht tragbar sind.
- Verlust von Möglichkeiten, der Gewaltbereitschaft, Intoleranz und Respektlosigkeit sowie der Gefahr des Neonazismus durch die Menschen verbindenden Angebote des Sports zu begegnen.
- weniger Angebote zur Integration von MigrantInnen oder von Menschen mit Behinderungen.
- das Aus vieler, vor allem kleiner Sportvereine und damit die deutliche Reduzierung sportlicher Angebote für alle Gruppen der Bevölkerung.
- verfallende Sportstätten ohne sportliche Nutzung und keine Werterhaltung durch die Sportvereine.
- ein weiterer Anstieg der Kosten der Sozialversicherungsträger für die Folgen des Bewegungsmangels, dem damit verbundenen Übergewicht und weiterer sogenannter Zivilisationskrankheiten.
Wer heute am Sport spart, belastet nachfolgende Haushalte und zukünftige Generationen.
Deshalb fordert DIE LINKE:
- die unentgeltliche Nutzung öffentlicher Sportstätten für Sportvereine entsprechend des § 14 des Thüringer Sportfördergesetzes.
- die Erhöhung der finanziellen Ausstattung des organisierten Sportes durch Landesregierung, Landkreise und Kommunen im Breiten-, Gesundheits-, Behinderten- und Leistungssport.
- die dauerhafte Stabilität und Sicherheit bei der Trainerfinanzierung in den Vereinen und Sportfachverbänden Thüringens mittels langfristiger vertraglicher Vereinbarungen zwischen der Landesregierung und dem organisierten Sport.
- eine angemessene Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit, u. a. durch ein auch für den Sport wirksames Bildungsfreistellungsgesetz.
- den schnellstmöglichen Abbau des seit Jahren aufgelaufenen Sanierungsstaus bei kommunalen Sportstätten sowie Sportstätten in Trägerschaft der Vereine sowie eine bedarfsgerechte Bereitstellung finanzieller Mittel zum Neubau, zur Modernisierung und Erhaltung von Sportstätten im Landeshaushalt und den Haushaltsplänen der Landkreise und Kommunen.
- die Förderung von Angeboten der Sportvereine im Bereich des Kinder- und Jugendsports, insbesondere der Kooperation von Schulen sowie Kindertagesstätten und den Sportvereinen.
- die Stärkung und weitere Qualifizierung der Sportschulen in Jena, Oberhof und Erfurt durch eine angemessene finanzielle sowie personelle Ausstattung mit qualifizierten LehrerInnen und TrainerInnen als Voraussetzung für eine weitere leistungssportliche Entwicklung junger Menschen.
- die Stärkung der Thüringer Olympiastützpunkte und internationalen Wettkampfstätten durch eine bedarfsgerechte finanzielle Ausstattung durch Bund und Land und die fortlaufende Modernisierung auf internationalem Niveau.
Sport ist kein Selbstzweck oder nur Hobby, sondern trägt zur Entwicklung von Persönlichkeiten bei. Aber Sport ist nicht nur ein gesundheitlicher und sozialer Faktor in der Gesellschaft sondern, zunehmend auch von Bedeutung für Wirtschaft und Tourismus.
