Für echte Gleichstellung
Frauen und FLINTA*-Personen werden in Deutschland weiterhin strukturell benachteiligt und haben in vielen Bereichen das Nachsehen. Sie verdienen für gleiche Arbeit oft weniger, tragen den Großteil von Sorge- und Pflegearbeit und haben ein deutlich höheres Risiko für Altersarmut. Gleichzeitig stehen Feminismus und Frauenrechte international durch erstarkende rechte und antifeministische Kräfte massiv unter Druck. Errungenschaften, die über Jahrzehnte erkämpft wurden, werden offen infrage gestellt oder zurückgedreht.
Gleichberechtigung ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Wir machen Politik, die strukturelle Benachteiligung beendet, Schutz garantiert und echte Teilhabe ermöglicht. Unser Ziel: Ein Thüringen, in dem alle Menschen unabhängig von Geschlecht sicher, selbstbestimmt und gleichberechtigt leben können – heute und in Zukunft.
Die Linke setzt sich für konkrete Maßnahmen ein:
Frauen leisten noch immer den Großteil unbezahlter Sorge- und Pflegearbeit und sind häufiger von prekärer Beschäftigung betroffen. Das führt zu geringeren Einkommen und höherem Risiko von Altersarmut. Wir setzen uns für Lohngerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen und eine gerechte Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit ein, damit Gleichstellung auch wirtschaftlich Realität wird.
Gleichberechtigung darf nicht vom guten Willen Einzelner abhängen. Während antifeministische Kräfte versuchen, Gleichstellungspolitik zurückzudrängen, braucht es verbindliche gesetzliche Regelungen. Freiwillige Selbstverpflichtungen haben strukturelle Ungleichheit nicht überwunden. Gesetzliche Instrumente wie ein Paritégesetz und ein Chancengleichheitsförderungsgesetz sind notwendig, um echte Gleichstellung in Parlamenten, Verwaltungen und Führungspositionen zu erreichen.
Gewalt gegen Frauen und FLINTA*-Personen ist Alltag – zu Hause, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum. Gleichzeitig werden Schutzstrukturen vielerorts infrage gestellt oder finanziell ausgehöhlt. Betroffene dürfen nicht länger um Hilfe kämpfen müssen. Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung, ausreichend Frauenhausplätze und Schutzräume sowie verlässliche Finanzierung von Beratungsstellen. Sicherheit ist ein Grundrecht.
Gewalt gegen Frauen konsequent zu bekämpfen ist eine staatliche Verpflichtung. Diese darf nicht relativiert oder politisch infrage gestellt werden. Dazu gehören Prävention, Schutz, Strafverfolgung und langfristige Unterstützung für Betroffene. Schutz darf nicht von Projektlaufzeiten abhängen, sondern braucht dauerhafte Finanzierung und politischen Willen.
Antifeministische Ideologien gewinnen an Einfluss und prägen zunehmend gesellschaftliche Debatten. Umso wichtiger ist es, Gleichberechtigung, Respekt und Gewaltprävention fest in Bildung und Ausbildung zu verankern. Schulen, Jugendarbeit und öffentliche Einrichtungen müssen Orte sein, an denen Rollenbilder aufgebrochen und demokratische Werte gestärkt werden.
Die Liberalisierung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch ist längst überfällig. Frauen in schwierigen Lebenslagen brauchen Unterstützung, keine Kriminalisierung. Schwangerschaftsabbrüche bis zur zwölften Woche müssen straffrei sein und rechtlich im Schwangerschaftskonfliktgesetz statt im Strafgesetzbuch geregelt werden. Der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen muss legal, kostenfrei und flächendeckend gewährleistet sein.
Nach dem Scheitern entsprechender Reformen im Bundestag braucht es einen neuen Anlauf zur Abschaffung des § 218 im Strafgesetz. Zahlreiche Verbände der Zivilgesellschaft unterstützen dieses Ziel. Gleichzeitig müssen Beratungs- und Unterstützungsangebote für ungewollt Schwangere ausgebaut und besser zugänglich gemacht werden.
Flyer als Druckdatei
- flyer_feminismus_20260225.pdf PDF-Datei (5 MB)
Termine
- 8. März: Erfurt, Demo ab 16 Uhr am Hauptbahnhof (feministisches Kampftagbündnis Erfurt)
- 8. März: Jena, Demo gegen Patriarchat vom 8. März-Bündnis-Jena organisiert ab 15 Uhr am Amo-Platz
Käte-Duncker-Frauenpreis 2026
Seit 2010 verleiht Die Linke Thüringen jährlich einen Preis zur Würdigung herausragender weiblicher Persönlichkeiten, Projekte, Initiativen und Vereine. Ausgezeichnet werden in diesem Jahr Frauen, die sich engagiert für Gleichstellung, Emanzipation und körperliche Selbstbestimmung, auch in der Wissenschaft oder im Kampf gegen die extreme Rechte einsetzen
