Faktencheck Bildung
CDU behauptet: Thüringen fällt bei der Bildung weiter zurück.
Richtig ist: Thüringen hat beim Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft den 3. Platz erreicht und liegt damit im Spitzenbereich der Bundesländer. Besonders die Bildungsausgaben je Schüler:in sind deutlich höher als im Bundesdurchschnitt und liegen auf Platz 1 im Ländervergleich.
Quelle: Bildungsmonitor 2023 – Instituts der deutschen Wirtschaft/Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
CDU behauptet: Jeder zehnte Schüler verließ die Schule ohne Abschluss.
Richtig ist: Die Aussage wird durch die statistische Zählweise verfälscht, denn die Statistik beinhaltet ebenso Förderschüler:innen. Doch an Förderschulen können keine anerkannten Abschlüsse erworben werden. Obwohl die Schüler:innen die Schule also regulär beenden, werden sie in der Statistik als Schulabgänger gezählt. Bundesweit kommt die Hälfte der Schüler:innen, die keinen Schulabschluss haben, aus Förderschulen.
Quelle: Bildungsforscher Klaus Klemm im MDR Interview
CDU behauptet: Die Zahl der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen haben, sei in Thüringen um 15 Prozent gestiegen.
Richtig ist: Die Corona-Pandemie war ein bundesweit zu beobachtender Einschnitt in der Schulabgängerquote. Ein Vergleich bietet sich daher nur zwischen 2014, dem letzten Jahr der CDU-Regierung, und 2020, dem Jahr vor der Corona-Pandemie an. Da die Werte zudem jährlich schwanken, ist ein Vergleich nur über einen längeren Zeitraum hinweg sinnvoll. Dabei wird deutlich, dass die Schulabgängerquote sowohl während der letzten CDU Regierung und als auch der Regierung von Linke, SPD und Grüne im Durchschnitt bei 8 bzw. 8,2 Prozent lag und somit kein Anstieg von 15 Prozent zu verzeichnen ist.
Quelle: Schulstatistik Thüringen
Alle Kinder haben einen Anspruch darauf, durch gute Bildung die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu erhalten. Jedes Kind soll entsprechend seiner eigenen Interessen und Voraussetzungen die individuelle Förderung erhalten, die es für seine Entfaltung benötigt. Die Landesregierung von Bodo Ramelow hat in den vergangenen Jahren viele Instrumente entwickelt, mit welchen Schüler:innen unterstützt werden und die Schulabbrecherquote gesenkt wird. Beispielsweise mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit: Bereits an 463 Thüringer Schulen arbeiten Schulsozialarbeiter:innen, welche mit 26 Millionen Euro Landesmitteln gefördert werden. Um den Bedarfen der Schüler:innen gerecht zu werden, werden verschiedene Professionen an Schulen benötigt, wofür die Regierungskoalition mit dem Schulgesetz im Jahr 2024 den Grundstein gelegt hat.
