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Gesundheitsversorgung ist politisch

Der diesjährige Käte-Duncker-Frauenpreis stand im Zeichen geschlechtergerechter Gesundheitsversorgung und einer feministische Perspektive in Wissenschaft und Forschung. Am 09. Juni wurden in Erfurt eine Frau, eine Initiative und ein Forschungsprojekt ausgezeichnet, die sich in für Gleichstellung, Sichtbarkeit und strukturelle Veränderungen in Gesundheit und Forschung einsetzen.

Kerstin Schaaf ist Diplomsozialarbeiterin und systemische Beraterin im Kontext häusliche Gewalt. Sie arbeitet seit über 30 Jahren im Frauenhaus und der Frauenberatungsstelle in Weimar, deren Leiterin sie ist. Thüringen-, bundes- und europaweit engagiert sie sich für die Sichtbarkeit und Gleichstellung von Frauen, spricht mit verschiedenen Organisationen über strukturelle und finanzielle Hürden bei der Unterstützung von Frauen in Notlagen und begleitet Gremien zur Verbesserung der Gesetzeslage eben jener Hindernisse. Kerstin Schaaf kennt die Auswirkungen repressiver Strukturen genau, die Frauen an ihr Äußerstes bringen. Häufig ist sie Vertrauensperson und Anlaufstelle Nummer 1.

Queermed Deutschland ist eine Initiative, die sich für den Abbau von Diskriminierungen im Gesundheitswesen, bei Ärzt*innen und Therapeut*innen einsetzt. Ziel ist es, sichere und respektvolle Orte der Behandlung für jede*n zu gewährleisten. Auf der Queermed-Webseite befindet sich ein Verzeichnis sensibilisierter Praxen, Ärzt*innen und Therapeut*innen sowie Ratschläge und Hinweise zu Behandlungsbesuchen. Genauso engagiert sich Queermed in der Bildungsarbeit, um Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen im Gesundheitsbereich zu reduzieren.

Als Forschungsprojekt wurde die Ortsgruppe Medical Students for Choice ( MSFC) Jena ausgezeichnet. Die Student*innen beschäftigen sich mit reproduktiver Selbstbestimmung und feministischer Medizin und möchten mehr Sichtbarkeit für die unterschiedlichen Aspekte von Schwangerschaftsabbrüchen schaffen. Die Gruppe widmet sich kritischen, feministischen Sichtweisen auf Medizin und ermöglicht Interessierten Weiterbildungen. Sie fordert die längst überfällige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen als Teil der gesundheitlichen Grundversorgung. Die MSFC sind bundesweit mit verschiedenen Bündnissen vernetzt und freuen sich sehr über jede Unterstützung.

Begleitet wurde der Abend von dem antifaschistischen Erfurter Chor ‚Rotkehlchen‘ und der Poetry Slammerin Alessandra Karlen. Mit starken und eindrucksvollen Beiträgen brachte sie das Thema Gesundheit und Forschung von Frauen auf den Punkt .

Vielen Dank an alle Teilnehmenden, Preisträger*innen und Organisator*innen für diesen runden, gelungenen und vor allem feministischen Abend!

Fotoimpressionen von der Verleihung des Käte-Duncker-Frauenpreises hier. 

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