Es darf nie einen Schlussstrich geben
Gemeinsame Erklärung der Landesvorsitzenden Die Linke Thüringen, Katja Maurer und Ralf Plötner, sowie des Vorsitzenden der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag, Christian Schaft.
„Mehr als 80 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gedenken wir am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus. Es sind diese wichtigen Gedenktage, die uns mahnen, dass ‚Nie wieder‘ aber auch nicht einfach ritualisiert werden darf. Hass, Hetze und Angriffe dürfen nicht einfach unwidersprochen bleiben, sondern müssen politische und gesellschaftliche Konsequenzen haben.
Der Gedenktag erinnert uns, wohin Antisemitismus, Rassismus und faschistischer Vernichtungswille führten. Er mahnt, dass wir uns geschlossen und solidarisch jenen entgegenstellen müssen, die Faschismus und Antisemitismus wieder den Weg bereiten wollen durch Geschichtsrevisionismus und die Bekämpfung der Menschenwürde, der Demokratie und des Rechtsstaates in den Parlamenten und außerhalb. Gerade auch weil der Hass auf Jüdinnen und Juden in Deutschland deutlich zugenommen hat und die jüdische Gemeinschaft damit alltäglich betrifft. Es kann und darf nie hingenommen werden, wenn der Holocaust verhöhnt, relativiert und verharmlost oder Israel das Existenzrecht abgesprochen wird, denn es ist Schutzversprechen für Jüdinnen und Juden auch in Thüringen.
Auch dem NS-Terror ist ein laufender Prozess des Einsickerns und Erstarkens rassistischen und antisemitischen Gedankenguts voran gegangen. Es waren nicht einfach nur Funktionäre des NS, die den industriellen Massenmord organisiert haben. Es war ein von den breiten Massen getragenes politisches System der puren Menschenverachtung, das den Weg in den Zivilisationsbruch bereitet hat. Deshalb muss Antifaschismus gesellschaftlicher Grundkonsens sein. Das heißt: Handeln und Solidarität, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sexuellen Orientierung angefeindet oder angegriffen werden. Erinnerung und Gedenken an den Holocaust dürfen nie verblassen. Wenn wir #WeRemember ernst meinen, darf es nie einen Schlussstrich geben.“
Ralf Plötner besucht am 27.01. um 10.00 Uhr die Gedenkveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof in Mumsdorf. Katja Maurer und Christian Schaft nehmen um 12.00 Uhr an der Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald und um 13.30 Uhr an der Gedenkstunde im Thüringer Landtag teil. Zudem besuchen Maurer und Plötner um 15.00 Uhr die Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt.
