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Internationaler Hebammentag: Frauen nicht alleine lassen

Anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5. Mai protestieren die Thüringer Hebammen gegen ihre schlechten Einkommens- und Arbeitsbedingungen. Die Erfurter Stadträtinund gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Karola Stange, prangert den Stillstand bei den Verhandlungen zwischen Politik, Krankenkassenund Hebammen an. „Wenn astronomische Haftpflichtversicherungsbeiträge nicht mit einem angemessenen Einkommen ausgeglichen werden können, ist der Berufsstand auf Dauer gefährdet.“

„Damit wird aber auch die Begleitung der Frauen vor und nach der Geburt ihres Kindes immer prekärer“, stellt Stange fest. Wenn Hebammen nicht mehr von ihrem Beruf leben können, wird es bald keine ausreichende Geburtsbegleitung mehr geben.“ Der Deutsche Hebammenverband habe darauf hingewiesen, dass auf der einen Seite eine Überversorgung gesunder Schwangerer im medizinisch-technischen Bereich existiere, auf der anderen Seiteaber Hebammen fehlten, um dem großen Bedürfnis der Frauen nach Selbstbestimmung gerecht zu werden.

Der Kampf der deutschen Hebammen währt nun schon über zwei Jahre, es wurden hunderttausende Unterschriften gesammelt, Protestaktionen veranstaltet, Gespräche geführt – geschehen ist bislang nichts. „Es kann nicht angehen, dass sich die Politik wegduckt und die Krankenkassen mit lächerlichen Angeboten des Problems zu entledigen versuchen“, kritisiert Karola Stange. Die Finanzierung der Hebammen müsse endlich aus der Reichsversicherungsordnung von 1911 heraus. Dafür sei die Politik zuständig. Die Krankenkassenverbände müssten sich ihrer seits bei den Vergütungsregelungen bewegen. „Wenn die Hebammen immer weniger werden, sind vor allem die Frauen und ihre Kinder die Leidtragenden“, sagt KarolaStange. „Das ist schon an sich ein Skandal, in Zeiten niedriger Geburtenraten ist dies aber geradezu absurd.“

„Wir unterstützen deshalb auch weiter den Protest der Hebammen und appellieren an die Politik, die Hebammenvergütung endlich im Sozialgesetzbuch V zu regeln“, sagt die Stadträtin. „Es ist nicht länger hinzunehmen, dass die Versorgung von Frauen auf Regelungen einer längst untergegangenen Gesellschaft basiert.“

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