Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung auskömmlich aus einer Hand finanzieren
„Um überschuldeten Personen aus ihrer existenziell bedrohlichen Situation heraus zu helfen, muss die Landesregierung die Expertise der Spezialist*innen nutzen und ihre Vorschläge aufgreifen statt sie zu ignorieren“, fordert die Landesvorsitzende der Thüringer Linken, Katja Maurer. Hintergrund ist die Kritik der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege am Entwurf des TMJMV zur Änderung der Richtlinie zur Förderung der Verbraucherinsolvenzberatung in Thüringen. Demnach hat das Ministerium keinen der von der LIGA vorgeschlagenen Eckpunkte in den Entwurf einbezogen.
Maurer erklärt: „Die hoch qualifizierten Expert*innen in den rund 30 Beratungsstellen der sozialen Verbraucherinsolvenz- und Schuldnerberatung arbeiten längst am Limit. Dies führt u.a. zu viel zu langen Wartezeiten für einen existenziell wichtigen Beratungstermin“. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Thüringer Beratungsstellen 12.500 Personen mit Schulden von rund 34.000 Euro durchschnittlich pro Person. Hinter vielen dieser Fälle stecken Familien, die in den Teufelskreis der Schuldenkrise gerissen werden. Die Beratungsnehmer*innen machen jedoch nur die Spitze des Eisbergs aus. Ende 2024 galten etwa 150.000 volljährige Thüringer*innen als überschuldet. Die Linke in Thüringen fordert eine verstetigte und ausreichende Finanzierung der Arbeit der sozialen Verbraucherinsolvenz- und Schuldnerberatungsstellen. Maurer führt hinzu: „Dazu gehört auch die Förderung aus einer Hand statt die bisherige Mischfinanzierung von Kommunen und dem Land. Was zusammengehört, darf nicht künstlich auseinandergehalten werden“.
