NSU: Den Opfern gedenken & Neonazismus entgegentreten!
Heute jährt sich der Tag, an dem 2011 in Eisenach in einem brennenden Wohnmobil die sterblichen Überreste von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden wurden und in Zwickau die Wohnung, in der die beiden Neonazis mit Beate Zschäpe gelebt hatten, explodierte. Die aus Thüringen stammende rechtsterroristische Gruppe NSU hatte jahrelang quer durch Deutschland gemordet sowie Anschläge und Überfälle begangen. Zahlreiche Neonazis hatten die im Untergrund Lebenden unterstützt. Zehn Menschen starben, zahllose weitere Menschen wurden durch die Taten der Gruppe teils schwer verletzt.
Dazu erklärt der Co-Vorsitzende der Partei DIE LINKE Thüringen Christian Schaft:
„Wir gedenken den Opfern des NSU und des rassistischen Terrors. Die Gruppe entstand in den 1990er Jahren in Thüringen in einer gesellschaftlichen Situation, in der Rassismus und Rechtsextremismus verharmlost und verdrängt wurden. Behörden, Geheimdienst und Politik schauten viel zu oft weg, wenn Neonazis aufmarschierten und prügelten. Die de facto Abschaffung des Asylrechts durch die damalige Bundesregierung und die rassistischen Debatten in Politik und Medien bereiteten den Boden der Taten. Die Täter glaubten, den Willen der Mehrheit zu vollstrecken. Auch die skandalösen Ermittlungen gegen Opfer und ihre Angehörige sowie die Nicht-Aufklärung bis zum zufälligen Auffliegen der Terror-Gruppe müssen uns Mahnung sein, staatliches Handeln kritisch zu hinterfragen. Noch immer sind viele Fragen des NSU-Komplex offen und noch immer sind wir gefordert, mehr für das Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt zu tun und die Gesellschaft und Behörden für Diskriminierung und Rassismus zu sensibilisieren. Angesichts rechter Gewalt und den Wahlerfolgen einer rechtsradikalen Partei gilt es, Neonazismus und Rassismus entschieden entgegen zu treten und die Lehren aus der Mordserie und dem Versagen von Sicherheitsbehörden und Gesellschaft nicht zu vergessen. Wir gedenken heute Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kilic, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.“
