Hennig: "Einheit der Lebensverhältnisse wurde nicht verwirklicht"
Nach den Medienberichten über dem aktuellen Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit, der in dieser Woche vorgestellt werden soll, sind laut Bundesregierung 23 Jahre nach der Vereinigung Fortschritte unverkennbar.
"Ein deutlich niedrigeres Lohnniveau, deutlich niedrigere Werte für Rentenpunkte und eine immer noch deutlich höhere Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländer sprechen eine deutliche Sprache darüber, dass auch 23 Jahre nach der Deutschen Einheit die Einheit der Lebensverhältnisse nicht verwirklicht wurde", so Susanne Hennig, die Vorsitzende der Partei DIE LINKE. Thüringen.
Angesichts von Niedriglohnsektor, Leiharbeit, prekärer Beschäftigung und Menschen, die neben einer Beschäftigung noch zum Sozialamt gehen müssen, ist dieser Bericht ein Blick durch die Rosarote Brille.
"Insbesondere die Tatsache, dass im "Osten" immer weniger Menschen zur Wahl gehen und Meinungsfreiheit nicht so einen hohen Wert hat wie im "Westen" stimmt mich nachdenklich und fordert dazu auf, die Ursachen zu hinterfragen. Reflexartig die DDR-Vergangenheit als Erklärungsmuster zu nehmen reicht nicht aus", so Hennig weiter.
Zu Hinterfragen ist auch, ob die Tatsache, dass immer mehr Menschen im Osten der Meinung sind, selbst für ihr Lebensglück verantwortlich zu sein, tatsächlich nur positiv betrachtet werden kann.
Zeigt sich doch hier auch ein Stück Entsolidarisierung und Verlust des Gemeinschaftsgefühls.
Gesamtgesellschaftlich bedeutet das nichts anderes, als Chancengerechtigkeit grundsätzlich in Frage zu stellen.
Insgesamt stellt sich die Frage, welches Ziel die Regierung mit diesem Bericht verfolgt. Soll es nur eine billige Propagandaschau für die Erfolge der CDU noch 23 Jahren deutscher Einheit sein oder wird hier gezielt die Abschaffung von Förderprogrammen für die neuen Bundesländer vorbereitet, sofern es diese überhaupt noch gibt. Im Übrigen ist ein reiner Ost/West-Blick nicht wirklich hilfreich bei der Betrachtung der Probleme in Deutschland, haben doch die strukturschwachen Regionen im "Westen" die gleichen Probleme wie im "Osten" stellt Susanne Hennig abschließend fest.

