Amazons Tarifflucht stoppen
Während der Konzern Amazon im Erfurter Norden eine neue Abteilung in Betrieb nimmt, verweigert er den rund 2.000 Beschäftigten auch ein Jahr nach dem Start des Logistikzentrums weiter einen Flächentarifvertrag. Der Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, Ralf Plötner, erklärt: „Statt bei Amazon auf eine Stärkung der Tarifbindung hinzuwirken, verteidigt Wirtschaftsministerin Colette Boos-John diese arbeitnehmerfeindliche Haltung. Ihre entsprechende Äußerung ist sinnbildlich für den arbeitsmarktpolitischen Blindflug der Regierungskoalition.“ Nur mit einem Tarifvertrag sind die Lohnsteigerungen festgeschrieben sowie gesicherte Rahmenbedingungen und umfassende Sonderzahlungen garantiert. Wie der DGB zudem gezeigt hat, haben die Sozialversicherungen durch Lohndumping und fehlende Tarifbindung in Thüringen jährlich rund 1,4 Milliarden Euro weniger Einnahmen. Außerdem fehlen dadurch knapp 750 Millionen Euro an Einkommensteuereinnahmen. Plötner fordert: „Statt sich hinter den Konzern zu stellen, muss er für die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur zur Kasse gebeten werden. Amazon darf nicht länger auf dem Rücken der Beschäftigten geltende Gesetze und Vorschriften umgehen.“
