Radverkehr kommt nicht ins Rollen

Ralf Plötner

„Die Voigt Regierung hat beim Radverkehr große Versprechen gemacht und kaum etwas geliefert. Wer in Thüringen mit dem Fahrrad unterwegs ist, merkt jeden Tag, dass sichere Radwege fehlen und wichtige Lücken im Netz nicht geschlossen werden“, erklärt der Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, Ralf Plötner, zum Weltfahrradtag am 3. Juni.

Noch im Koalitionsvertrag hatte die Regierung angekündigt, das Radverkehrskonzept 2.0 zügig umzusetzen und den Anteil des Radverkehrs bis 2025 auf mindestens 12 Prozent zu steigern. Tatsächlich liegt der Anteil des Fahrrads am Verkehr in Thüringen weiterhin bei nur rund 6 Prozent. „Wer durch Thüringen radelt, sieht an vielen Stellen: Die Versprechen der Landesregierung enden dort, wo der Radweg aufhört. Zwischen den Ankündigungen in Erfurt und der Realität vor Ort liegen oft Welten“, so Plötner.

Besonders kritisch ist der schleppende Ausbau der Infrastruktur. Beim Bau überörtlicher Radwege landet Thüringen nach Angaben des ADFC auf dem letzten Platz im Ländervergleich. „Wer Familien, Pendlerinnen und Pendler oder ältere Menschen aufs Fahrrad bringen will, muss sichere Alltagswege schaffen." 

Plötner fordert die Landesregierung auf, endlich konkrete Maßnahmen vorzulegen: „Wir brauchen einen verbindlichen Zeitplan für den Ausbau des Radwegenetzes, mehr Landesmittel für Kommunen beim Bau sicherer Radwege und einen konsequenten Lückenschluss zwischen Städten und Dörfern. Gefährliche Kreuzungen und bekannte Unfallschwerpunkte müssen prioritär entschärft werden, denn die Menschen erwarten zu Recht sichere Alltagswege."