Auf dem Parteitag der LINKEN in Thüringen wurden am 13. November 2010 in Steinthaleben die seniorenpolitischen Leitlinien beschlossen. Das erste mal in der Geschichte der Partei hat sich ein Parteitag mit diesem Thema beschäftigt.
Christa Steppat, die Vorsitzende des Sprecherrates der AG Senioren in Thüringen, fand ihr Lebenswerk bestätigt. An diesem denkwürdigen Tag gab sie ihren Rücktritt als Vorsitzende, aus gesundheitlichen Gründen, bekannt. Sie gab der Nachfolgerin und allen die sich in der Seniorenpolitik engagieren mit auf den Weg, die nun beschlossenen Leitlinien mit Leben zu erfüllen. Diese als Handlungsrahmen für die Kommunalpolitik zu verwenden und immer am „Ball zu bleiben“. Die demographische Entwicklung in Thüringen fordert es geradezu heraus den Worten Taten folgen zu lassen. Den Abgeordneten in den verschiedenen Parlamenten von Gemeinde bis Landtag ist zu empfehlen mit offenen Augen durch die öffentlichen Räume zu gehen und bewusst zu beobachten. Bei Rückbesinnung auf die seniorenpolitischen Leitlinien und der Würde des Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben zu führen, dürfte es nicht schwer sein, notwendige Änderungen herbeizuführen. Politik für ältere Menschen begreifen wir als Gegenwarts- und Zukunftsaufgabe.
Seniorenpoltische Leitlinien der Partei DIE LINKE. in Thüringen

Am 06.10.2011 fand die Festveranstaltung der AG Senioren der LINKEN im Erfurter Pullmann Hotel statt. Ursula Monsees als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft eröffnete feierlich mit einem Glas Sekt die Festveranstaltung. Sie begrüßte Gabi Ohler als Mitglied des Bundesvorstandes der Partei, den Landesvorsitzenden Knut Korschewsky, Dieter Hausold, als langjährigen ehemaligen Landesvorsitzenden, Frank Tempel als Mitglied des Bundestages, sowie Karin Söllner als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren.
Einen Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben gab MdL Margit Jung. Das von der Landtagsfraktion der LINKEN im Jahr 2009 eingebrachte Seniorenmitbestimmungsgesetz liegt immer noch auf „Eis“. Die Landesregierung hat aus der Mitbestimmung der Seniorenbeiräte nur noch eine Mitwirkung gemacht, was einer starken Einschränkung der Beteiligung gleichkommt. In der jetzigen Form wird der Gesetzentwurf der Landesregierung von den Vereinen und Verbänden abgelehnt. Gegenwärtig wird unser eigener Gesetzentwurf den aktuellen Anforderung angepasst, so Margit Jung. Dabei sind Themen wie Altersarmut, Wohnen im ländlichen Raum, Öffentlicher Personennahverkehr, Stadtentwicklungskonzepte und Gesundheitspolitik Schwerpunkte unserer Arbeit. Seniorenbeauftragte in allen Kreisen und kreisfreien Städte sind eine Forderung in unserem Gesetzentwurf.
Margit Jung rief alle Seniorinnen und Senioren auf, sich zu empören. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass z.Z. Rentenberatungsstellen in Größenordnungen geschlossen werden.
Dieter Hausold, der die Festrede hielt, zog Bilanz über 20 Jahre Erfolgsgeschichte PDS/DIE LINKE an der insbesondere die Seniorinnen und Senioren ihren Anteil haben. "Zunächst habt ihr Euch in vorderster Reihe 1989/1990 beteiligt, als es darum ging das Vertrauen für unsere Partei zurückzugewinnen bzw. neu zu gewinnen. Ihr seid die ersten Schritte mitgegangen auf unserem Weg, der bestimmt ist von der Erkenntnis, dass ohne Demokratie und Freiheit kein Sozialismus möglich ist – der Weg zum demokratischen Sozialismus. Die Seniorenpolitik unserer Partei unterscheidet sich grundlegend von der anderer Parteien. „Für uns, stehen Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und gleichberechtigter Zugang zu Kultur und Bildung für ältere Menschen und natürlich eine angemessene gesundheitliche Versorgung und Betreuung an erster Stelle“, so Hausold.
Im Grußwort des Landesvorsitzenden, Knut Korschewsky, sprach dieser den Seniorinnen und Senioren ausdrücklich seinen Dank für die geleistete Arbeit in den letzten 20 Jahren aus. „Ohne euch, gäb´ es uns heute nicht. Eurem Kampfgeist und Engagement verdanken wir so vieles.“ Korschewsky betonte die gute und enge Zusammenarbeit der AG mit dem Landesverband.
In den vergangenen Monaten diskutierte die AG Senioren des Landesverbandes der LINKEN in Thüringen den Progammentwurf der Partei. In Zusammenfassung der Diskussion entstand ein konkreter Antrag an die Programmgruppe Thüringen. Diese wird am 29. März 2011 alle eingegangen Anträge beraten und zusammenfassen und anschließend dem Bundesvorstand mitteilen. Während der Programmdebatte wurden auch die seniorenpolitischen Standpunkte der Bundespartei, sowie die Leitlinien des Landesverbandes Thüringen ständige Begleiter in der Diskussion. Dabei ist den Genossinnen und Genossen der AG klar, dass das Programm sich auf kurze Ergänzungen beschränken muss, jedoch den grundsätzlich anderen Umgang mit Alter und den gesamtgesellschaftlichen Aspekt eines anderen Alters- und Generationsbegriffes abbilden sollte.
In der Begründung zum Antrag der AG Senioren heißt es unter anderem:
„Die Partei DIE LINKE steht für ein anderes Altersbild, das Alter nicht nur mehr mit Defiziten und Mängeln gleichsetzt und „mit hohen Kosten für Rente, Gesundheit und Pflege verbindet. Alter ist ein Lebensabschnitt mit eigenenen Bedürfnissen, Ansprüchen, Vorstellungen und Erlebnismögichkeiten. Altwerden und Altsein werden zunehmend nicht mehr als Sackgasse empfunden, sondern als Chance zur persönlichen Entfaltung verstanden.“
Die Vorsitzende, Usrula Monsees, der AG Senioren dankte insbesondere Margit Jung und Gabi Ohler, die die AG sehr unterstützt haben insbesondere in der Zusammenfasung der Diskussion und der Antragstellung.
Hier erhalten Sie den Antrag als PDF-Dokment.