Solidarisch an der Seite der Zalando-Beschäftigten

Katja Maurer, Ralf Plötner, Ines Schwerdtner, Christian Schaft

Heute war die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner zu Gast in der Fraktionssitzung der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag. Im Mittelpunkt standen die Arbeitsschwerpunkte der Fraktion, die Kernthemen der Partei sowie die aktuelle Situation bei Zalando, die eine zentrale Rolle in den Gesprächen einnahm. Im Anschluss an die gemeinsame Sitzung erklärten Ines Schwerdtner, Ralf Plötner, Katja Maurer und Christian Schaft gemeinsam öffentlich:

„Die angekündigte Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt bleibt auch 2 Wochen später ein schwerer Schlag für die mehr als 3.000 betroffenen Beschäftigten, ihre Familien und die gesamte Region. Nach wie vor bleibt der Eindruck bestehen, dass der Konzern mit einer Überrumpelungsstrategie brutale Fakten schaffen will. Während Zalando beim Sponsoringvertrag mit dem DFB von Teamgeist spricht, werden die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten und insbesondere des Betriebsrates missachtet. Diese Vorgehensweise ist inakzeptabel.

Inzwischen ist eine Woche vergangen, ohne dass von Seiten der Landesregierung erkennbare weitere Initiativen als über bloße Verweise auf die Bundesagentur für Arbeit hinaus erfolgt wären.

Angesichts der Dimension der geplanten Standortschließung, der Höhe der öffentlichen Fördermittel, die in den Standort geflossen sind und der Bedeutung guter, sicherer und unbefristeter Arbeitsplätze in Ostdeutschland muss die Situation bei Zalando endlich zu einem Umdenken führen. Nicht die Beschäftigten und ihr Recht auf geregelte Arbeitszeiten oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind das Problem, sondern Konzerne, die die Beschäftigten auspressen bis zum Schluss und dann ohne jeden Skrupel fallen lassen. Wir brauchen keinen Bundeskanzler, der die Beschäftigten ihrer Rechte berauben will. Wir brauchen keine CDU, die mit ihrer wirtschaftspolitischen Geisterfahrt die Beschäftigten im Stich lässt. Was wir brauchen, sind Bundes- und Landesregierung, die die Situation der Beschäftigten, egal ob bei Zalando in Erfurt, ContiTech in Bad Blankenburg oder Valeo in Mühlhausen, begreifen und erkennen, dass Wirtschaftspolitik ohne die Beschäftigten nicht geht.

Wer aus Zalando lernen will, muss die Wirtschaftsförderung noch strikter an die Schaffung guter und nachhaltiger Arbeitsplätze binden. Ein börsennotiertes Unternehmen mit über 10 Milliarden Jahresumsatz darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Wir erwarten von Mario Voigt, die Gewerkschaften dazu an einen Tisch zu holen, um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Kolleginnen und Kollegen in Thüringen zu vereinbaren, die im Parlament beraten werden können. Die Schleifung von Arbeitnehmer*innenrechten muss ein Ende haben. Die Beschäftigten von Zalando in Erfurt und auch in anderen Betrieben haben Anspruch auf Mitsprache, echte Unterstützung und das Recht, nicht verarscht zu werden.

Die Linke steht solidarisch an der Seite der Beschäftigten und erwartet jetzt entschlossenes Handeln auf höchster politischer Ebene im Freistaat. Außerdem werden wir die Situation der Beschäftigten in der Stadtrats-, der Landtags- und Bundestagsfraktion eng begleiten.“