Erbschaftssteuer: Reform statt Regionalisierung
Die von Markus Söder losgetretene Diskussion um eine Regionalisierung der Erbschaftssteuer ist eine unsägliche Phantomdebatte und führt am Kern des Problems vorbei. Damit reagieren die Landesvorsitzenden der Linken in Thüringen, Katja Maurer und Ralf Plötner, auf die jüngsten Vorschläge des bayrischen Ministerpräsidenten. Eine Umsetzung benachteiligt die ostdeutschen Bundesländer konsequent und öffnet die soziale Schere weiter. In Bayern war der Wert steuerpflichtiger Erbschaften und Schenkungen je Einwohner im Jahr 2022 mehr als 18 mal höher als in Thüringen. Im Schnitt beträgt das durchschnittliche Erbe pro Person in den westdeutschen Bundesländern knapp doppelt so viel wie in den ostdeutschen Ländern. Statt einer Regionalisierung muss die Erbschaftssteuer endlich reformiert werden, um Steuerschlupflöcher für superreiche Erben zu schließen und die Steuer auf hohe Erbschaften zu erhöhen. Bereits steuerfrei vererbtes Vermögen muss mit der Wiedereinführung der Vermögenssteuer zur Kasse gebeten werden.
