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Foto: Elke Pudszuhn
Kurt Pappenheim
Kurt Pappenheim

Nachruf für Kurt Pappenheim

Mit Trauer und Betroffenheit hat DIE LINKE. Thüringen heute die Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen, dass Kurt Pappenheim aus Schmalkalden verstorben ist. Im Juli hat er seinen 91. Geburtstag noch im Kreise seiner Familie mit langjährigen Freunden und Genossen feiern können.

Pappenheim arbeitete bis 2014 im Thüringer Landesvorstand des VVN BdA (Thüringer Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der AntifaschistInnen) mit, deren langjähriger Vorsitzender er auch war. Im vergangenen Jahr, anlässlich seines 90. Geburtstages, wurde er für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit der „Schmalkaldener Rose“ und dem Ehrenbrief des Landes Thüringen, unterzeichnet vom Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, geehrt.

Kurt Pappenheim hat die Gefangenschaft in einem nationalsozialistischen Zwangsarbeitslager überstanden. Nach seiner Rückkehr begann er zunächst eine Lehre, die er zugunsten seiner Ausbildung als Neulehrer schnell wieder beendete. Ab 1948 war er als stellvertretender und später als Schulleiter in Breitungen tätig, anschließend in der Rosa-Grund-Schule in Schmalkalden.

Pappenheim ist Vielen durch sein Wirken als Zeitzeuge der NS-Zeit bekannt. Nach der politischen Wende und im Ruhestand hat er sich intensiv in der Gedenkkultur engagiert und seine Erkenntnisse vielen Menschen zugänglich gemacht. 1999 erschien sein Buch „Die jüdische Gemeinde Schmalkalden und ihr Ende im Holocaust“. Er hat Ausstellungen vorbereitet, Gesprächsrunden organisiert, wach gerüttelt und erinnert. Kurt Pappenheim hat großen Anteil daran, dass die Erinnerungstafel für die jüdische Synagoge in Schmalkalden angebracht und Stolpersteine in der Stadt verlegt wurden. In den 1990er Jahren kümmerte er sich um formelle Belange bei der Rückgabe und Entschädigung jüdischer Familien.

Kurt Pappenheim lebte den Schwur von Buchenwald. „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.“

Pappenheim war seit über 70 Jahren Parteimitglied. Bis zuletzt war er aktiv in den Arbeitsgemeinschaften „Antifaschismus“ und „Senioren“ der Partei DIE LINKE.

Wir sind in Gedanken bei seiner Familie in den schweren Stunden des Abschieds. Wir verneigen uns vor der Lebensleistung von Kurt Pappenheim, die uns in Erinnerung bleiben und Ansporn für das politische Agieren sein wird.