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Heike Werner, Steffen Dittes

10 Jahre Nationalsozialistischer Untergrund: Der NSU war nicht zu dritt!

Am 04. November 2021, ist es auf den Tag genau 10 Jahre her, dass in einem brennenden Wohnmobil in Eisenach die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gefunden wurden und in Zwickau die Wohnung in der die beiden mit Beate Zschäpe lebten, expoldierte.

Auch heute – 10 Jahre später – bleiben zuviele lose Enden und ungeklärte Fragen. Viele der Angehörigen der Opfer von Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Mehmet Turgut, Habil Kilic, Ismail Yasar, Mehmet Kubasik, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter haben resigniert. Bis 2011 suchten die Polizeien der Länder die Täter*innen im Umfeld der Opfer und vermuteten Motive organisierter Kriminalität, die Presse folgte den Einordnungen und teilweise auch den rassistischen Bezeichnungen für diese Mordserie und verbreitete diese in ihren Veröffentlichungen weiter. Als der Nationalsozialistische Untergrund am 04. November 2011 durch Zufall an die Öffentlichkeit kam, zeichnete sich im Nachgang das systematische Versagen der Sicherheitsbehörden während dieser Ermittlungen und auch schon im Vorfeld der Entdeckung deutlich ab.

In ihrem Bekennervideo beschrieben sich die drei Rechtsterroristen als ein Netzwerk von Kameraden und auch die Angehörigen der Opfer, die Vertreter*innen der Nebenklage und Expert*innen gehen von einem größeren Unterstützerkreis aus. Was folgt daraus?

10 Jahre nach der Selbstenttarnung sind wir von der versprochenen „lückenlosen Aufklärung“ immer noch meilenweit entfernt. Das Netzwerk der Unterstützer*innen muss endlich offengelegt und zur Rechenschaft gezogen werden. Auch im Zusammenhang mit Kassel, Hanau und Halle wird zunächst von Einzeltäter*innen gesprochen, bevor nach und nach die Verzweigungen in die Szene und teilweise auch die Sicherheitsbehörden bekannt werden.

Unsere Forderung, den Verfassungsschutz abzuschaffen, nährt sich auch aus diesen Erfahrungen, wie die Untersuchungsausschüsse in Thüringen, Hessen und im Bundestag in Berlin gezeigt haben.


Pressekontakt

Paul Becker

Pressesprecher
Tel.: 0361 - 60 111 43
Fax.: 0361 - 60 111 41
Mobil: 0173 - 39 63 195;
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