9. Februar 2018

Thüringen Kliniken „Georgius Agricola“ auf Konfrontationskurs

Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag, Mitglied im Kreistag Saalfeld-Rudolstadt und Kreisvorsitzender der LINKEN im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, kritisiert scharf, dass die Geschäftsführung der Thüringen Kliniken „Georgius
Agricola“ in Saalfeld eine gewerkschaftliche Mitgliederversammlung am 15. Februar 2018  auf ihrem Gelände untersagt hat.

 
„Unstrittig ist, dass ein Arbeitgeber seine Räume nicht für Gewerkschaftsarbeit zur Verfügung stellen muss. Dass den gewerkschaftlichen Vertreterinnen und Vertretern aber der Zugang zum Gelände unter-sagt wird, ist von der Koalitionsfreiheit unseres Grundgesetzes nicht mehr gedeckt,“ stellt der Gewerk-schaftspolitiker fest.
 
In einem betriebsinternen Schreiben an die Beschäftigten schildert die Leitung der Klinik, dass sie ver-trauensvoll mit dem Betriebsrat zusammenarbeitet und ihn als ‚[…] Triebfeder für die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen‘ anerkennt. Doch in einem betriebsinternen Papier ist von Disziplinierung der Betriebsratsmitglieder die Rede. Kräuter wundert sich über die Umgangsweise, Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertretern zu drohen und den Mitarbeitern von einer Teilnahme an der Mitgliederversammlung abzuraten. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sollte nicht mit Drohgebärden und Untersagungen einhergehen, wie es in diesem Fall gerade geschieht. Die Klinikleitung sollte sich überlegen, ob es wirklich angebracht ist, in Trägerschaft des Landkreises den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gewerkschaftliche Zusammenkunft auf dem Betriebsgelände, also letztlich auf öffentlichem Gelände, zu untersagen.“
 
Der Landtagsabgeordnete appelliert an alle Beteiligten und vor allem an die Mitglieder des Aufsichtsrates und dessen Vorsitzenden Landrat Marko Wolfram, die Geschäftsführung der Thüringen Kliniken
„Georgius Agricola“ zu einem tatsächlich vertrauensvollen Umgang mit Betriebsrat und den im Haus etablierten Gewerkschaften anzuhalten.
 
„Wenn sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben und die Arbeitgeberin wirklich eine vertrauensvolle Arbeit mit dem Betriebsrat und der zuständigen Fachgewerkschaft forciert, dann sollte einfach darüber nachgedacht werden, einen Raum - auch gegen Nutzungsgebühr - zur Verfügung zu stellen. Das kann eine konstruktive Zusammenarbeit nur fördern,“ unterbreitet Kräuter abschließend einen Lösungsvorschlag.