12. Juli 2017

DB hat massive Zugausfälle auf der Saalebahn zu verantworten

Was sich derzeit die Deutsche Bahn (DB) mit der Saalebahn leistet, bezeichnet Dr. Gudrun Lukin, Jenaer Abgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, als „schon ziemlich dreist“. „Zugausfälle auf der ganzen Linie. Kein Ersatzfahrplan, kein Schienenersatzverkehr, weitestgehend nur der Hinweis auf den Fahrplan des Mitbewerbers Abellio, um von Jena nach Norden bzw. nach Saalfeld zu kommen. So weist es der Fahrplan am Paradiesbahnhof aus.“

In dieser Situation sei es „das Mindeste, dass Fahrgäste, die langfristig eine Reise im Fernzug über Jena gebucht haben, eine Fahrpreisreduzierung erhalten für die Umstiege, den Weg über Erfurt oder die Fahrt mit dem Regionalzug“. Die Abgeordnete erwartet, dass die DB für diesen „fast Komplettausstieg auf Teilen der Saalebahn kräftig zur Kasse gebeten wird“.

Vor allem aber stelle sich die Frage, wieso dieses große Unternehmen nicht zusätzliche Ersatzfernzüge oder Expresszüge ab Jena einsetzt. „So wird die Verantwortung für den Transport der Reisenden auf den Nahverkehr, den ja das Land Thüringen bezahlt, und den Mitbewerber Abellio übertragen. Dazu kommt, dass Abellio selbst unlängst Schwierigkeiten hatte, seinen Verpflichtungen nachzukommen und ausreichend Personal und Züge auf die Strecke zu bringen“, sagt Gudrun Lukin und fordert, dass die Bahn dem Land und Abellio mögliche Zusatzkosten ersetzt. „Es ist schon mehr als bedauerlich, wenn ein Konzern wie die DB seine Verantwortung als Dienstleister so wenig wahrnimmt. Den Schaden haben wieder die Reisenden, die eigentlich auf das Auto verzichten wollen oder es müssen.“