28. Mai 2015

Deutschlandstipendium verfehlt weiterhin jede Zielmarke

Anlässlich der heute durch das Statistische Bundesamt ausgewiesenen Zahlen zum Deutschlandstipendium im Jahr 2014 erklärt Christian Schaft, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Acht Prozent aller Studierenden sollten vom Deutschlandstipendium einmal profitieren – in Thüringen stagnieren wir nun in den Jahren 2013 und 2014 bei gerade einmal 0,7 Prozent. Damit rückt selbst die abgesenkte Zielmarke von zwei Prozent nicht näher. Aus Sicht der LINKEN hat sich das Deutschlandstipendium nicht bewährt. Die 2014 dafür von öffentlicher Hand eingesetzten knapp 24 Millionen Euro wären als Beitrag zu einem elternunabhängigen BAföG wesentlich besser investiert.“

Schaft schließt sich damit der Kritik an, welche heute der DGB formulierte. Dieser hatte errechnet, dass gerade einmal 0,84 Prozent aller Studierenden bundesweit die Förderung von monatlich 300 Euro erhalten und dass ein Fünftel der Bundesmittel in der bürokratischen Bewältigung des Antragsverfahrens versackt. „Deutschland hat mit dem BAföG ein im Kern funktionierendes Unterstützungssystem für Studierende. Dieses gilt es zu stärken und fortzuentwickeln, statt mit bürokratielastigen Eliteprogrammen Millionen zu versenken. Intransparent bleiben zudem die Einflussmöglichkeiten der beteiligten privaten Kofinanziers auf die Auswahl der zu fördernden Studierenden, was einen zusätzlichen faden Beigeschmack hinterlässt“, erläutert der Hochschulpolitiker.

„Für mich steht fest, dass das schwarz-gelbe Experiment Deutschlandstipendium klar gescheitert ist. Irrwege sollte man nicht weiter verfolgen. Stattdessen können wir jeden Euro für eine bessere Ausgestaltung studentischer Belange zugunsten aller Studierenden gebrauchen“, konstatiert Christian Schaft abschließend.