27. August 2013

Fachkräftemangel ist selbstgemacht und selbstverschuldet

Zu einer heute veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die auf steigende Einstellungszeiten verweist und daraus einen Fachkräftemangel ableitet, erklärt Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: "Die Thüringer Wirtschaft hat jahrelang auf ein hohes Arbeitskräftereservoir geblickt und deshalb Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen zu guten Löhnen vernachlässigt. Zehntausende, insbesondere junge und gut ausgebildete Menschen haben auch deshalb Thüringen den Rücken gekehrt. Die Antwort auf diese Entwicklung kann nicht sein, in Klagen über mangelnde Ausbildungsreife zu verfallen, vielmehr sind verstärkte Anstrengungen der Unternehmen notwendig, auch dann Menschen eine Perspektive zu eröffnen, wenn diese nicht eins zu eins auf eine Stellenbeschreibung passen."

Fest steht für die LINKE-Politikerin auch, dass sich der Fachkräftemangel in Thüringen auf einige wenige Berufsfelder und Branchen konzentriert. "Wenig überraschend sind dies Ausbildungsberufe, in denen, wie etwa im Bereich der Pflege, des Hotelgewerbes oder der Gastronomie, schwerste körperliche Arbeit auf Niedriglöhne und oftmals schlechte Arbeitsbedingungen trifft. Hier ist es an den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, endlich entschlossen gegenzusteuern", merkt die Abgeordnete an.

Andererseits tragen auch die Bundes- und die Landespolitik einen wesentlichen Teil der Schuld an der derzeitigen Situation. Ina Leukefeld erinnert nur an die Niedriglohn-Werbestrategie vergangener Landesregierungen oder auch an die Deregulierung des Arbeitsmarktes durch die Agenda 2010 und die nachfolgenden Gesetzesinitiativen. "Thüringen braucht Gute Arbeit, einen gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn, der Existenzsicherung garantiert, mehr Tarifbindung von Unternehmen und vor allem auch eine attraktive Politik für Ausbildung und Beschäftigung, die junge Menschen in Thüringen hält", fordert Frau Leukefeld abschließend.